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T R A K E H N E R
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I N B A Y E R N
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Ein wahrer Fohlenmusterungs-Marathon liegt hinter der bayerischen Kommission, die an diesem Wochenende zwei der größten Musterungsplätze besuchte und auch Zuchtleiter Lars Gehrmann, der auf dem Rückweg vom Urlaub einen Zwischenstopp in Bayern einlegte, äußerte sich sehr angetan von Qualität und Quantität der gesehenen Fohlen. Gestüt Seeor [Bilderbogen hier] Mit dem Gestüt Seeor der Familie Schultz in Polling bei Mühldorf lud einer der mittlerweile beliebtesten Musterungsplätze Bayerns zur Fohlenschau. Sage und schreibe 15 Fohlen präsentierten sich samt und sonders in bester Konstitution , obgleich das Gestüt selbst nur ein einziges Fohlen in diesem Jahr hatte. Und diesmal konnte der Musterungsplatz gleich mit zwei „Hinguckern“ aufwarten: Ein topfittes Zwillingspärchen zog alle Blicke auf sich, und ein mutterloses Flaschenkind stellte seiner Zuchtstätte ebenfalls ein Spitzenzeugnis für Aufzuchtleistung aus.
Neben den Hinguckern waren in Seeor auch züchterische Schmankerl auf dem Laufsteg: Aus bewährter Anpaarung des Gribaldi an die selbst im Dressursport bis Inter I erfolgreiche Elitestute Lana Lee v. Habicht etwa zeigte sich ein edles, ausdrucksvolles Stutfohlen in typischer Machart ihres Vaters mit bedeutender Kruppenpartie, deren Bewegungen locker über den Rücken schwangen. Die Hörsteiner Lehndorff’s-Tochter Scarlett (a.d. ElSt. Shynoon v. Highnoon), auch sie unter dem Sattel von Besitzertochter Pointecker erfolgreich im Dressursport bis Klasse M, präsentierte eine sehr gelungene Tochter des seinerzeitigen Körsiegers Glanzlicht, die sich sehr balanciert mit gutem Raumgriff und vorzüglicher Mechanik zu bewegen wusste. Die doppelt prämierte Inster-Graditz-Tochter Kornernte II aus der österreichischen Zuchtstätte Weiß, in Seeor schon öfter mit Spitzenfohlen aufgefallen, stellte eine sportliche, langbeinige Tochter des HLP-Siegers Impetus vor. Vom selben Vater stammte auch das hauseigene Stutfohlen, das sich geschlossen und mit sehr schöner Kruppenformation darstellte. Mutter Hasel v. Grafenstolz gehörte zur Ic-Familie der letztjährigen Landesschau. In Prämienqualität bewertet wurde auch eine typstarke, körperkorrekte Buddenbrock-Tochter in Fuchsfarbe aus der Zucht von Reinhard Pröbstl. Die Mutter des mit drei gleich guten Grundgangarten punktenden Stutfohlens, Ambrosia v. Hohenstein, wurde vor Ort ins Stutbuch des Verbandes aufgenommen. Die „Beste Vierjährige“ der Eintragung 2008, La Tigra v. Polarpunkt, wartete mit einem Hibiskus-Erstling auf, der sich am Musterungstag entwicklungsbedingt nicht spektakuläre zeigte, aber mit lockeren und leichtfüßigen Bewegungen zu punkten wusste. Ein gelungenes Scheckfohlen mit ansprechendem Gesicht und vorzüglicher Halsung vom erst vor wenigen Wochen eingegangenen Grande Couleur aus einer Lamarc-Tochter der ostdeutschen Grenzmaid-Familie stellten Christine Nöth und Gerhard Tabatschek vor. Und auch der längst verblichene Held olympischer Springparcours, Abdullah, ließ in Seeor mit einem sehr männlichen und in toller Aufrichtung daherkommenden Söhnchen grüßen.
Sechserben v. Connery, Eintragungssiegerin in Bayern und Ib-Preisträgerin ihrer Altersklasse bei der Landesschau, stellte ebenso wie die Peron-Tochter Samonien ein hochbewertetes Stutfohlen des seinerzeitigen Publikumslieblings Lowelas. Der leider viel zu früh eingegangene Inster Graditz, wie Lowelas aus hauseigener Zucht stammend, ist Vater eines ebenfalls hoch eingeschätzten Stutfohlens der polnischen Ignam-Tochter Cadinen II, und zu den Spitzen dieses Jahrgangs zählt sicher das von Dr. Andreas Wezel gezogene Hengstfohlen des Champions Imperio und der Schwadroneur-Tochter Schönheit II. Gestüt St. Vitus [Bilderbogen hier] Auf 15 Jahre Trakehnerzucht können Simone Lindemeir-Trippel und ihr Team in diesem Jahr zurückblicken und zum Jubiläum kamen nicht nur insgesamt 27 Fohlen, sondern es wurde auch international: Gäste aus der Schweiz, Italien und den Niederlanden konnte die Gestütschefin zur Fohlenmusterung begrüßen. Auch Bernd Gloede, Züchter des Stationspaschas Heldenberg, ließ es sich nicht nehmen, diesen zahlenstarken Jahrgang seines Hengstes selbst in Augenschein zu nehmen. Wie schon im vergangenen Jahr, schrieb das Gestüt auch in diesem Jahr ein Fohlenchampionat aus. Die bestbewerteten Hengst- und Stutfohlen trafen sich also in einem kleinen Endring, ihre Züchter durften sich über Titel, Schleifen und schöne Ehrenpreise freuen. Dass die Spitze dicht beieinander lag, bewies die Tatsache, dass sowohl bei den Hengsten als auch bei den Stuten gleich drei 3. Plätze vergeben wurden. Den Anfang machten am Vormittag die Hengstfohlen, von denen das Gestüt St. Vitus selbst zehn zu bieten hatte. Neun von ihnen hatten Stationspascha Heldenberg zum Vater, der hier erneut deutlich machte, dass er nicht nur mit 100%iger Befruchtungsquote zu punkten weiß, sondern durch die Bank für gut zu händelnde Fohlen aus unterschiedlichsten Müttern garantiert. Er selbst zeigte sich nach seinen Fohlen und bewies, dass Nervenstärke und Top-Interieur seiner Kinder nicht von ungefähr kommen. Interessante Mütter standen hinter diesen Heldenberg-Fohlen, u.a. die Lokator-xx-Tochter Blitzblut aus nächster Verwandtschaft zum gekörten S-Springer Bellheim und dem Dressurpferd Brazil; die ehemalige Sommerladerin Octopussy, die mit Hofrat und Marduc wertvolle Dressurkomponenten einbrachte und ihren Sohn auch typmäßig deutlich prägte; die ebenfalls aus Sommerlade übernommene Abendröte, eine Enkelin des Marbacher Spitzenarabers Gharib ox, deren gerade erst fünf Tage alter Sohn es auf dem Platz so richtig krachen ließ; und Perle, eine Tochter des selbst im Sport erfolgreichen Vollblüters Cavallieri xx aus dem Stamm der hart geprüften Biebelriederin Pommern v. Habicht, deren Sohn Szenenapplaus für seine Trabtour bekam. Die drei derzeit zuchtaktiven Stuten aus dem Stamm der Gestütsgründerin Royal Rose v. Habicht aus diesem Stamm sahen wir ja beim letzten Hengstmarkt den zwar nicht gekörten, aber im Stall von Michael Jung sicher passend sportlich geförderten Räuberschatz präsentierten vorzügliche Heldenberg-Söhne: Ribbeck a.d. Royal Rose v. Stradivari, der sich stets groß zu machen verstand, immer im Takt war und vor allem im Galopp mit schöner Selbsthaltung punktete.
Der sehr gelungene Räuberstern a.d. Räuberlied v. Laurel, harmonisch mit drei gleich guten Grundgangarten und aktiver Hinterhand, und der gut entwickelte Rohan a.d. Räuberliebe v. Finley M, mit viel Vorhandmechanik, taktbeherrschten Verstärkungen und schönem Bergaufgalopp punktend, teilten sich schließlich Platz 3 im Championat der Hengstfohlen.
Auch unter den Gast-Hengstfohlen gab es einen Heldenberg-Sohn, der allerdings mit seiner überragenden Vollblutmutter Donnerfee xx v. Sternkönig xx nicht ganz mithalten konnte. Die Stute aus dem Besitz von Thomas Engel, Holzgünz, trägt den Prämientitel des Verbandes und verdiente sich den u.a. mit je einer 8,5 für Trab und Galopp bei der Zentralen Eintragung und der erbrachten Rennleistung.
Der Nachmittag gehörte dann den Stutfohlen. Und hier war die Spitze wirklich sehr breit. Von den fünf Fohlen, die schließlich auf dem Endring gingen, hätte jede als Siegerin herausgestellt werden können da machten Nuancen den kleinen Unterschied.
Auch bei den Stutfohlen waren einige interessante Schmankerl „auf dem Laufsteg“: So beispielsweise eine Tochter des Spitzensportlers El Greco TSF aus einer Vollblutaraberstute, deren Schritt ebenso sehenswert war wie ihre Gelassenheit später beim Verladen; eine trockene, prägnante Tochter des Champions Impero aus der hochbewährten ehemaligen Biebelrieder Mutterstute Kassaried, die mit viel Schwingungsgrad in der Bewegung gefiel; und eine ausdrucksstarke, sich mit viel Fleiß bewegende Tochter des Adamello aus dem Mutterstamm von Rockefeller und Ravel. Eine untypisch schlicht gezeichnete braune Tochter des Hirtentanz aus der Zucht von Dr. Albert Raith aus Bern wusste nicht zuletzt wegen ihrer Mutter alle Blicke auf sich zu ziehen. Flotte v. Sixtus aus der selbst im Vielseitigkeitssport geprüften Fregatte v. Santiago blieb verletzungsbedingt ein Sporteinsatz verwehrt, sie und ihre Tochter präsentierten sich jedoch mit am sportlichsten an diesem Tage Flotte Lotte gehörte zu den drei Stutfohlen, die die Kommission an diesem Tag auf Platz 3 des Championats sah. Denselben Platz belegte eine weitere typstarke und ausdrucksvolle Hirtentanz-Tochter, diesmal von Johann Kleinheinz a.d. Satasca v. Santiago gezogen. Schwalbentanz überzeugte mit raumgreifendem Schritt und lockerem, geschmeidigem Trab.
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