T R A K E H N E R
I N   B A Y E R N

Bayerisches Trakehner
Fohlen-Championat

– Fotos: Jutta Bauernschmitt –

Ergebnisse Stutfohlen

Ergebnisse Hengstfohlen

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www.jutta-bauernschmitt.de
Im Spiegel der Presse
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Bayerns beste Trakehner-Fohlen des Jahrgangs 2011 – selektiert im gesamten Freistaat – hatten in diesem Jahr die Einladung zum Fohlen-Championat des Zuchtbezirks erhalten. Die wunderschöne Reitanlage Gerblhof in Pellheim hatte sich "in Schale" geworfen und hieß Fohlen, Züchter und Zuschauer herzlich willkommen. Und Bayerns Trakehner Züchter freuten sich ganz offensichtlich auf IHR Championat - ein großer Teil der qualifizierten Fohlen wurde für das Championat auch angemeldet.

Der Termin am 20. August lag günstig - die Große Kreisstadt Dachau hatte termingleich zum bekannten Volksfest geladen, und so mancher durch die örtliche Presse informierte Zuschauer nutzte den Nachmittag für einen Abstecher, um schöne Pferde und ein attraktives Rahmenprogramm zu genießen. Da konnte Petrus ganz offensichtlich nicht "nein" sagen und schickte nach langen Wochen eines eher mageren Sommers strahlenden Sonnenschein nach Oberbayern.


Gerblhof-Betriebsleiter Stefan Stecker hielt eine tolle Überraschung für Richter Hubertus Poll bereit ...

Das Team um Organisator Wolfgang Moll und Gerblhof-Betriebsleiter Stefan Stecker hatte einiges auf die Beine gestellt - nahtlos lief hier ein perfekt aufeinander abgestimmtes Programm aus Fohlenbeurteilung, Schaubildern, die die vielseitige Verwendbarkeit des Trakehners eindrücklich unterstrichen, und leiblichem Wohl in gemütlicher Atmosphäre ab. Die Fohlen mochten da keinesfalls nachstehen - sie und ihre nicht minder beeindruckenden Mütter wurden fast ausnahmslos in erstklassiger Kondition und Konstitution vorgestellt.

Zunächst präsentierten sich die Stutfohlen, von denen zwölf vor die strengen Augen der Kommission traten. Dr. Hartwig Tewes, Zuchtleiter des Pferdezuchtverbandes Bayern, und Hubertus Poll, hippologisches Urgestein der Trakehner Familie, hatten zusammen mit dem bayerischen Zuchtbezirksvorsitzenden Dr. Lutz Schubert keine leichte Aufgabe. Für die Fachleute unter den Zuschauern, für die Musterungskommission des Zuchtbezirks und all die Züchter, die diese Fohlen schon bei den Musterungsterminen im ganzen Land gesehen hatten, war das Championat eine sehr, sehr spannende Sache: Wie haben sich die Fohlen in den letzten Wochen weiterentwickelt?

Natürlich sind Fohlen Pferdekinder - und dürfen es auch sein. Da spielen bei einer solchen Präsentation viel mehr Faktoren eine Rolle als beispielsweise bei einer Vorstellung auf einem Turnier. Befindet sich der hoffnungsvolle Nachwuchs gerade in einer schlechten Wachstumsphase, so kann er am "Tag X" sein wirkliches Bewegungspotenzial gar nicht zeigen. Findet das Pferdekind die fremde Umgebung und die zahlreichen Zuschauer auf der Tribüne allzu aufregend, präsentiert es sich dann, wenn es eigentlich auf lockere, schwungvolle Bewegungen ankommt, allzu spannig. Und Richter können und dürfen natürlich nur bewerten, was sie sehen; zuviel Raum für Interpretation haben die Zuchtriter nicht und einen vagen "Blick in die Zukunft" dürfen sie sich nicht erlauben.

Unangefochten an der Spitze des fünfköpfigen Endrings stand schließlich das auffällig gezeichnete Stutfohlen Räuberglück aus dem Gestüt St. Vitus, am 27. März geborene Tochter des selbst gezogenen 2. Reservesiegers seiner Körung, Legretto, aus der Stradivari/Habicht-Tochter Räuberbraut II. Die Stute begeisterte mit ruhigem, gelassenen Wesen, mit nahezu perfekt konstruierter Schulter, Halsung - was die Kommission aber nach Aussage von Hubertus Poll an ihr begeisterte, waren die Bewegungen, geprägt von Takt, Raumgriff, viel Gummi. Da war Aktivität, das Hinterbein trug - welcher Reiter würde sich ein solches Pferd unter dem Sattel nicht wünschen? Herzlichen Glückwunsch an Simone Lindemeir-Trippel und Bernd Trippel aus Günzburg!

Den Titel der Reserve-Championess sicherte sich die (noch) braune Karma v. Heuberger aus der Zucht von Brigitte Schlereth, Burkardroth. Die wüchsige, typvolle Tochter der Schimmelstute Katharina die Große v. Lambrusco-Karo As überzeugte mit schwungvollen, raumgreifenden Bewegungen.

Platz 3 sicherte sich die Singolo-Tochter Calma aus der Zucht und dem Besitz von Margit Derber, Truchtlaching. Die ungemein fundamentskorrekte Stute aus einem französischen Vollblutstamm (Mutter: Cinderella V v. Symbol-Dom Monteverdi xx) konnte vor allem mit ihrem schönen großen Auge und ihrer bestens formierten Schulter-Widerrist-Partie überzeugen.


Fachgespräche unter Siegern ...

Bei den Hengstfohlen entschied sich die Kommission schließlich, aufgrund der hohen Qualität sechs statt fünf Fohlen auf den Endring zu nehmen. Die Schärpe des Champions wurde schlussendlich einem Sohn des Körungs-Reservesiegers All Inclusive umgelegt: Ovid aus der Zucht der Familie Hinterberger in Velburg, ein Sohn der herrlichen, Landesschau-prämierten PrSt. Octopussy v. Heling-Magnet aus dem Dohna'schen Stamm der Oka war hier nicht zu schlagen. Groß, knochenstark und doch geschlossen, von überragender Grundqualität, in seiner Haltung und dem Gebäude schon überzeugend, setzte der junge Strahlemann in der Bewegung noch eins drauf: locker, mit viel Raumgriff, taktrein, hinten tragend und vorn größer werdend - so stellt man sich einen echten Trakehner vor ...

Reservesieger bei den Hengstfohlen wurde ein nicht minder strahlender Fuchs mit vier weißen Beinen. Auch er ein Vertreter eines Debüt-Jahrgangs - nämlich des Zauberdeyk. Von Ausstrahlung und Gebäudequalität zum Feinsten zählend, ließ dieser Sohn der SLP-Siegerin StPrPrSt. Sedina v. Sedar-Swazi xx aus der Zucht und dem Besitz von Herbert Raith, Landau, am Championatstag etwas an Lockerheit zu wünschen übrig.

Platz 3 ging an Kaliv, einen weiteren Sohn des Debütanten All Inclusive, diesmal aus der Hämelschenburgerin PrSt. Kantate X v. Summertime-Exclusiv gezogen. Den in Panker gezogenen Hengst aus dem Besitz von Dr. Paul Wimmer, Bruckberg, sollte man - so Kommentator Hubertus Poll - im Auge behalten. Mit seinem schicken Trakehner Gesicht, bester Körperaufteilung und selbstbewusster Haltung verkörpert er das Bild des langbeinigen, modernen Beschälers.


Trakehner Nachwuchs unter sich ...