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Wetterhexe ![]() Wetterhexe v. Intervall xx u.d. West Virginia v. Sascha u.d. ElSt. Wundermädel xx im Jagdfeld Foto: Rainer Dill Nach schweren Komplikationen während der Geburt musste die Schimmelstute Wetterhexe gestern Abend eingeschläfert werden. Ganze 12 Jahre waren ihr vergönnt, in denen sie sich in sehr vielen Bereichen den Status eines außergewöhnlichen Pferdes erwarb.
Geboren wurde sie am 8. Dezember 1997 auf dem Hof von Franz Hörmiller in Kaufbeuren. Hier sind Buschpferde zu Hause, und hier erfuhr die legendäre Elitestute Wundermädel xx ihre erste, hocherfolgreiche züchterische Nutzung. Wundermädels legitime Nachfolgerin in der Zucht bei Hörmillers war die gerade mal 1.60 m Stock große Schimmelstute West Virginia v. Sascha, die sich mit ihrer Fruchtbarkeit (sie brachte bisher 15 Fohlen!) und den Sporterfolgen ihrer Nachzucht einen Sonderplatz im Reigen bayerischer Trakehner Zuchtperlen erworben hat. So war Wetterhexe eine Vollschwester zu Wie immer, mit der Franz Hörmiller selbst in den letzten Jahren sehr erfolgreich in internationalen Zweisterneprüfungen war. Wetterhexe war zudem eine Halbschwester zu Winnetou v. Adlerschild xx, der den Besuchern der ersten bayerischen Trakehnerturniere als Seriensieger der Kombiwertungen ein Begriff ist. Wadonna v. Parforce, eine weitere Halbschwester der Wetterhexe, sorgt gerade für einen Siegeszug des Trakehners im ansonsten arabisch dominierten Distanzsport. Wadonnas junger Vollbruder Weißer Riese steht im Stall der britischen Eventerin Polly Jackson, die mit ihm u.a. im vergangenen Oktober beim internationalen Ein-Sterne-Novice im französischen Lignière gut platziert war. Wunderknabe schließlich, der jüngste Nachkomme der West Virginia, der schon im Sport gehen kann, hatte in der Saison 2009 als Vierjähriger Siege in zwei leichten A-Vielseitigkeiten in Österreich.
Wetterhexes Vater war der Graditzer Vollblüter Intervall xx, der das gesuchte Blut des Birkhahn ins Pedigree bringt. Intervall xx hat sich bei wenig Bedeckungen vor allem vom Gestüt Alter Thurm in Syrgenstein aus einen Namen als Vielseitigkeitsvererber gemacht. Neben Wetterhexe und Wie immer stammt auch der internationale Dreisterne-Crack Heide-Prinz von diesem Vollblüter; die Beste Vierjährige der Eintragung in Bayern 2006, Ivalojoki, hat eine Intervall-xx-Mutter.
Wie auf dem Hof Hörmiller üblich, bekam Wetterhexe zunächst zwei Fohlen, beide stammen vom selbst springsporterprobten und mit Buschpferden ebenso wie mit vorzüglichen Töchtern äußerst positiv aufgefallenen Elitehengst Parforce. Der jetzt 8-jährige Weinbrandt war zunächst unter den Geschwistern Grieger erfolgreich bis Klasse L im Busch und startet nun auch unter seiner neuen Reiterin Bianca Miller durch. Die ein Jahr jüngere Weinona hat unter Nachwuchsreiterin Sonja Engelhardt inzwischen eine schöne Reihe von Erfolgen in Springen bis zur Klasse L, in A-Dressuren und in Geländeprüfungen der Klasse A errungen.
Nach diesen beiden Fohlen ging Wetterhexe in den Stall Wyrwoll und in den Sport. Auf Anhieb qualifizierte sie sich 2004 fürs Bundeschampionat. Obwohl Intervall xx ja gern nachgesagt wird, dass seine Kinder nicht ganz einfach sind und im Parcours gern mal die Beine hängen lassen Wetterhexe war der Gegenbeweis: Sie hat viele Erfolge in Geländeprüfungen bis zur Klasse L unter den jungen Reitern Stephanie Wyrwoll, Aikje Fehl und Florian Müßig erreicht, war lange Jahre das Jagdpferd von Frau Dr. Annette Wyrwoll und sprang auch schon mal ein, wenn der Nikolaus ein repräsentatives Reitpferd brauchte. Im September 2009 erreichte Wetterhexe anlässlich der VII. Bayerischen Trakehner Landesstutenschau in Mainburg den Ib-Preis in der Klasse der springbetonten Stuten.
Nun sollte Wetterhexe wieder zurück in den Zuchteinsatz, ihr Fohlen von Hope of Heaven für dieses Jahr wurde mit großer Spannung erwartet. Aber es sollte nicht sein. Während der Geburt ergaben sich schwere Komplikationen, Stute und Fohlen waren trotz intensivster tierärztlicher Bemühungen nicht zu retten. „Am schlimmsten ist es, auch als erfahrene Fachtierärztin hilflos neben dem Pferd stehen zu müssen und nichts tun zu können“, so eine erschütterte Dr. Annette Wyrwoll, die ganz besonders an diesem Pferd hing. |