T R A K E H N E R
I N   B A Y E R N

Jungzüchter-Lehrgang: 

NBL meets Bayern

Auf der Reitanlage Gerblhof in Pellheim trafen sich Jungzüchter aus den Neuen Bundesländern und Bayern

Anfang August erhielt ich einen Anruf meiner „Kollegin“ aus den Neuen Bundesländern Nadja Fischer: „Wir hätten Interesse mit unseren Jungzüchtern den Jungzüchtern in Bayern einen Besuch abzustatten und einen Lehrgang damit zu verbinden. Wie wär’s damit?“ Diese Frage fiel bei mir auf fruchtbaren Boden, hatte ich doch im April zu einem Beurteilungslehrgang aufgerufen – und da nur Teilnehmer aus dem Stall Linner in Wolnzach „aufrütteln“ können.

Unter dem Motto  ,,NBL meets Bayern“ planten Nadja und ich mit kurzem Anlauf einen Lehrgang in Bayern und fanden dankenswerterweise auf dem „Gerblhof“ in Pellheim bei Stefan Stecker ein offenes Ohr. Hier vorweg ein großes „Dankeschön“ an ihn und an den Besitzer der Reitanlage, Herrn Lorenz Kranz, für die Zurverfügungstellung der kleinen Reithalle und auch diverser Pferde, den ganzen Tag über.

Pünktlich um acht Uhr am vergangenen Samstag trafen 20(!) interessierte Jugendliche aus Bayern und den Neuen Bundesländern zu einem Jungzüchterlehrgang auf dem Gerblhof ein. Nach dem allgemeinen „Kennenlern-Gegackere“ waren alle Jungendlichen sofort und mit größter Aufmerksamkeit bei der Sache. Bei den meisten Teilnehmern handelte es sich um ,,Neulinge“, somit war es Ziel des Lehrganges einen umfassenden Einblick in die gesamte Jungendarbeit zu geben. Dies gelang Nadja und Theresa Fischer in präziser Weise hervorragend!

Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Pferdebeurteilung. Anhand des ersten Pferdes – dankbares und ausdauerndes „Opfer“ war hier der Wallach „Katamboried“ *2002 v. EH Tambour u.d. StPrPrSt. Kassaried v. Salazar – wurden die allgemeinen Grundlagen der Exterieurbeurteilung von Nadja und Theresa Fischer sowie Renate Steiner erläutert. Im Anschluss waren dann die Jungelche an der Reihe, bei den nächsten Pferden (der Fuchsstute „Lilith“ *1995 v. Polarwind u.d. Lillemor v. Cornelius – immerhin die Tochter einer Landesschau-Siegerstute und Schwester eines international erfolgreichen Junioren-Buschpferdes – sowie dem Wallach „Umpire“ *1993 v. EH Anduc u.d. Umara v. Alex xx – ein früher selbst im Dressursport recht erfolgreiches Pferd) galt es die Vorzüge und Nachteile zu benennen und dies schließlich mit einer Note zu bewerten. Dabei tauten alle Teilnehmer auf und es wurde diskutiert, gefragt und aufmerksam gelauscht – am Ende konnte man sich immer auf eine Note einigen. Anschließend wurden die Pferde im Freilaufen und Freispringen beurteilt. Hierbei war es interessant zu sehen, wie sich die vorher analysierten Vor- und Nachteile im Exterieur auf den Bewegungsablauf der Pferde auswirkten.

Nun hatten alle eine ausgiebige Mittagspause verdient. Bei Pizza und Lasagne saßen wir in einer großen Runde zusammen. Ausgeruht und gestärkt waren dann alle bereit, zur ,,Königsdisziplin“ anzutreten, dem Vormustern. Hierbei galt es, das Pferd möglichst vorteilhaft aufzustellen, eine gerade Schrittlinie zu finden und im Trab das Optimum herauszuholen. Auch hier konnten Nadja und Theresa Fischer wieder viel aus dem „Nähkästchen“ erzählen, hatten sie doch selbst mehrfach schon bei Meisterschaften und auch beim Hengstmarkt in Neumünster die Zügel zum Vormustern in der Hand.

Die jugendlichen Vorführer bemühten sich alle, die gegebenen Tipps und Tricks anzunehmen und möglichst schnell umzusetzen. Dabei sah man bei allen im Verlauf des Musterns eine deutliche Steigerung und das Praktizieren des Erlernten.

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Nach dem praktischem Teil der Jungzüchterarbeit stand als letzte Disziplin die Theorie auf dem Programm. Renate Steiner gab einen kurzen Einblick in das neue Thema der Pferdekennzeichnung mit Transpondern. Danach erhielten die Jugendlichen einen aktuellen Wettbewerbsfragebogen und kamen dabei ganz schön ins Schwitzen. 20 knifflige Fragen aus den Themenbereichen Fütterung, Haltung, Gesundheit, Zucht und Sport galt es zu beantworten. Nachdem nun alle Jungzüchterdisziplinen vorgestellt waren, wurde auch noch etwas zum Ablauf der überregionalen Jugendarbeit, zu anstehenden Terminen und Wettbewerben gesagt. Bei den meisten Teilnehmern ist es uns gelungen, das Interesse an der Jungzüchterei zu wecken – die Freude, sich auf den nächsten Lehrgängen und Veranstaltungen wiederzusehen, ist groß. Der Austausch von Adressen und Telefonnummern untereinander gibt Hoffnung, dass sich diese Schar Jungzüchter nicht zum letzten Mal getroffen hat. Der diesjährige Trakehner Hengstmarkt in Neumünster wurde bereits bei einigen als nächster Treff vereinbart.

Danke an Alle, die zum Gelingen dieses erfolgreichen Tages beigetragen haben!

(Bericht: Nadja Fischer/Renate Steiner)