Kapra



EH Hohenstein
R. *1991
EH Caprimond
B. *1985
Karon
B. *1981
StPrElSt. Capri VI
R. *1980
Helena XIV
Db. *1983
Matador
Db. *1974
PS Harpune II
F. *1975
Kathleen III
F. *1989
EH Maizauber
F *1985
EH Bartholdy
B. *1980
Maiglöckchen
Sch. *1969
Kurbella
B. *1971
LStB/D
Kurfürst
B. *1966
Kornblume III
F. *1964

09/01199/96 - Familie O41A der Kavallerie (v.d.Leyen, Hasselpusch)
Rappe
     *19.02.1996

Züchter: Wolfgang Nagel, Rimbach (BAY)
Besitzer: Michaela Reinisch, Eggenfelden (BAY)

Maße: 1.63/19.0 - Bewertung: 8,7,7/8,8,7/8

Eigenleistung Verbandsprämienstute
Landesschau Bayern 2001: Ic-Preis
FN-Leistungsstutbuch A und B
Platzierungen in Dressur bis M/A
Elitestutenqualität Sporterfolge und Geburt zweier lebender Fohlen
Zuchtleistung 2/2

00 W Db v. Kostolany Kaprizio (LGS 1.065 €)
05 S Sb v. Silvermoon Kiara


Mutter und Sohn im Gespann - und das auch noch erfolgreich ...

Zwei lebende Fohlen und Sporterfolge in Dressurprüfungen bis zur Klasse M - damit durfte sich die schwarze Kapra nach der Verleihung des Elitetitels durch den Trakehner Verband 2005 noch längst nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Im Gegenteil, mit jetzt 12 Jahren kommt sie erst so richtig in Siegerlaune. Ihre ständige Reiterin Amelie Reinisch trägt sie von Schleife zu Schleife im Dressurviereck; mit Amelies Schwester Michaela an den Leinen und ihrem Sohn Kaprizio an der Seite zeigt sie in Fahrpferde-Konkurrenzen, wie vielseitig Trakehner einsetzbar sind.

Dass Kapra und die Familie Reinisch aus dem bayerischen Eggenfelden zusammen kamen, das kann man auch Schicksal nennen. Michaela Reinisch hatte ihre Liebe zum Fahrsport entdeckt und war mit einem Pferd aus dem Stall von Wolfgang Nagel auf den "Trakehner Geschmack" gekommen. Als sie dann nach einem Pferd für den Zweispänner suchte, hatte sie mehr als klare Vorstellungen: nicht zu groß, schwarz, eine Stute - ach ja, und Trakehner. Da musste selbst Wolfgang Nagel passen, aber er wäre nicht geschäftstüchtig gewesen, hätte er nicht doch noch ein As im Ärmel gehabt. Eine seiner Fuchsstuten, deren mütterliche Verwandtschaft alle nicht durch sonderliche Größe glänzten, trug von Hohenstein ...

Der Deal im Vereinsheim des örtlichen Reitervereins war schnell geschlossen, denn wie hoch war die Chance auf ein schwarzes Stutfohlen? Anscheinend hat Kathleen aber zugehört - bei eisiger Kälte legte sie ihrem Züchter und dessen "Vertragspartnerin" am 19. Februar 1996 ein kleines schwarzes Stütchen ins Stroh.

Kapra begann ihre Karriere vierjährig mit der Geburt eines Kostolany-Fohlens, wurde dann von Michaela Reinisch eingefahren und von Amelie Reinisch reiterlich ausgebildet. Beständig sammelten sich in vier Turnierjahren die Erfolge auf dem Konto der Stute, sie reichten bis zu Platzierungen in Dressurprüfungen der Klasse M/A. 2004 meinte es das sonst so wohlgesonnene Schicksal nicht ganz so gut mit Kapra und ihrer "Familie": Die Stute zog sich vorn rechts einen Fesselbeinanbruch zu und musste pausieren. Die Zeit blieb nicht ungenutzt und Kapra schenkte ihrem zweiten Fohlen das Leben - die Voraussetzungen für die Verleihung des Elitetitels des Trakehner Verbandes waren erfüllt und so wurde die Glückstrefferin mit gerade mal neun Jahren zur Elitestute.

Seit ihrer vollständigen Genesung und dem Absetzen des Fohlens ist Kapra wieder im Turniersport unterwegs - ein Ende ihrer Erfolgsserie als Dressurpferd, als Fahrpferd und als Mutter ist noch nicht abzusehen, denn 2008 fügte die Stute ihrer beachtlichen Schleifensammlung noch ein paar ganz besondere hinzu: Am 8. August holte sie in Eging am See mit Amelie Reinisch noch einen 4. Platz in einer M*-Dressur, um zwei Tage später im Zweispänner mit dem Stallkollegen Karthago im niederbayerischen Schmatzhausen in einem Hindernisfahren "Jagd um Punkte" der Klasse M einen 2. Platz einzufahren!

Pedigree

Kapras Vater Hohenstein verfügt in der Zucht über Legendenstatus und zählt zu den wohl herausragendsten Vererbern der Gegenwart - nicht nur bei den Trakehnern, sondern auch in der hannoverschen Zucht. Es ist ja für gewöhnlich schwierig für einen Hengst, aus dem Schatten eines übermächtigen Vaters herauszutreten, noch dazu, wenn Vater und Sohn auf derselben renommierten Station wirken. Hohenstein ist einer der wenigen Hengste, denen dies gelungen ist.

Der Caprimond-Sohn aus bester Hauptgestütsfamilie war Prämienhengst seiner Körung, HLP-Zweiter, Trakehner Reitpferdechampion und hat Erfolge im Dressursport bis Intermédiaire I. 23 Söhne, darunter die brillanten Körsieger Münchhausen (Neumünster) und His Highness (Verden), und über 400 eingetragene Töchter in deutschen Zuchten machen den immerhin erst 17-jährigen Traumprinzen zu einem Jahrhundertvererber. Seine Nachkommen haben bis jetzt schon über 200.000 € allein auf deutschen Turnierplätzen - vornehmlich in der Dressur - gewonnen, unter ihnen die in der Weltrangliste geführten Münchhausen und Highlander, der gerade mit grandiosem Debüt in der Königsklasse aufgetretene Insterburg TSF sowie JR-Europameister Hohenstaufen und Junioren-Mannschafts-Europameister Highway.

Bereits mit sieben Jahren wurde Hohenstein Elitehengst, mit elf kürte man ihn zum "Hengst des Jahres" - ob er dereinst seinen genialen Vater an Bedeutung noch übertreffen wird, bleibt abzuwarten. Ein Portrait des Hengstes finden Sie hier.

Kapras Vater Hohenstein Kapras Mutter Kathleen III

Kapra entstammt einer sehr schmalen Stutenfamilie der Trakehnerzucht, die ihren Ursprung bei Familie von der Leyen in Hasselpusch hatte. Kapras Mutter Kathleen III, selbst nur 1.57 m Stock groß, brachte in der Zucht von Wolfgang Nagel drei Stutfohlen. Die 1993 geborene Kanzlerglück v. Santiago brachte bisher zwei Fohlen, 1997 eine Tochter des St. Cloud, die züchterisch noch keine Bedeutung erlangt hat, und 2006 einen Sohn des Assistent. Die 1994 geborene Kathy II v. Tolstoi brauchte eine ganze Weile, bis sie sich der natürlichen Berufung als Mutter stellen wollte, und präsentierte 2006 ein gut bewertetes Hengstfohlen von Münchhausen.

Aufgrund dieses Stutenportraits fanden uns Spuren von Kathleen III! Ihre jetzige Besitzerin ergänzt die Lebensgeschichte der Stute: Kathleen III kam vor einigen Jahren völlig verängstigt, rappeldürr, webend und unreitbar in ihren Besitz – es dauerte sechs Jahre, bis die Stute wieder uneingeschränkt Vertrauen in den Menschen hatte, ein langer, lehrreicher Weg. Doch die Stute hat wohl jede Mühe gelohnt, sie entwickelte sich zum einmaligen Pferd mit großem Herzen, das für "seinen" Menschen durch dick und dünn geht. Kathleen III ist mittlerweile 21 Jahre alt, erfreut sich bester Gesundheit und ist seit diesem Jahr im wohlverdienten Ruhestand ...


oben: Acht Tage altes Hengstfohlen v. Münchhausen u.d. 12-jährigen Kathy II (links) v. Tolstoi u.d. Kathleen III auf dem Fohlenbrennplatz Gestüt Seeor in Polling

Kathleens Vater war Maizauber, auch er ein Elitehengst des Trakehner Verbandes. Maizauber vertritt die derzeit wohl stärkste Hengstlinie der Trakehnerzucht, die der Vollblüter Pasteur xx vom Gestüt Vogelsangshof im Rheinischen aus begründete. Dereinst als Fohlen über die Auktion veräußert, gehörte Maizauber dem Ausnahme-Körjahrgang 1987 an, reifte in der Ausbildung von Christian Pläge zu einem S-Dressurpferd und kann heute trotz alles andere als voller Decklisten auf gekörte Söhne, über 70 eingetragene Töchter, davon mehr als 20 mit der Verbandsprämie, blicken. Durchschlagend hat dieser Fuchs den Bewegungsablauf seiner Kinder verbessert. Ein Portrait des Hengstes finden Sie hier.

Kathleens Mutter Kurbella trug Herr Miebach seinerzeit mit den Maßen 1.61/19.0 und der Bewertung 3,3,3/3,3 ein. Die Braune mit dem schiefen Stern-Streifen und dem melierten Schweif, den schon ihre Mutter hatte, stand in ihrem 22-jährigen Leben in der Zucht ihrer Züchterin S. Tielker, Rittergut Blomberg bei Detmold, bei Familie Quentmeier in Lage-Hörste und schließlich bei Wolfgang Nagel im bayerischen Taufkirchen. Acht Fohlen in acht Zuchtjahren waren es, die ihr die Eintragung ins FN-Leistungsstutbuch D brachten. Vier ihrer fünf Töchter wurden im Trakehner Stutbuch eingetragen, zwei ihrer drei Söhne waren im Turniersport erfolgreich. PrSt Kiara (*1985) v. EH Tenor legte eine gute Leistungsprüfung ab, erzielte in Dressurprüfungen bis Klasse L 200 Mark Gewinnsumme und wird im FN-Leistungsstutbuch A geführt. Ihre ein Jahr jüngere Vollschwester Krizia ist Staatsprämienstute, ebenfalls SLP-geprüft und hat in Basis- und Springprüfungen der Klasse A 310 Mark gewonnen. Katjuscha II, wieder ein Jahr jünger und ebenfalls von Tenor stammend, war nach der Leistungsprüfung im Dressursport bis Klasse M erfolgreich, ihre Gewinnsumme beträgt 2.435 Mark. Der schwarze Kronos v. Polargeist wurde 1988 geboren und eiferte seiner Schwester als Dressurpferd bis Klasse M nach, er gewann 5.570 Mark im Turniersport. Nach der 1989 geborenen Kathleen III - die einzige Kurbella-Tochter ohne Turniererfolge - kam 1990 noch deren Vollbruder Kuskow, der in Dressuren bis Klasse A gezeigt wurde.

Kurbella stammte von Kurfürst, einem Pregel-Sohn aus einer Stern xx/Hansakapitän-Stute der berühmten Kordel-Familie des Grafen zu Dohna. Der Braune hinterließ vor allem in seiner Wirkungsstätte, dem Gestüt Webelsgrund, hervorragende Töchter, von denen nicht wenige zu Müttern von Hengsten, herausragenden Sportpferden oder erstklassigen Vererberinnen wurden. Heublume, Schatztruhe und Indiana dürften die wertvollsten seiner Töchter sein. Die Zuchtleitung bescheinigte ihm die Lieferung von "gefälligen Pferden mit markanter Linienführung, die leichtrittig sind und angenehm im Temperament."

Kurbellas Mutter Kornblume III war eine 1.57 m Stock große Fuchsstute des Jahrgangs 1964, sie war als Turnierpferd eingetragen und brachte der Zucht in sieben Zuchtjahren bis zu ihrem Tod im Alter von zwölf Jahren vier lebende Fohlen: Kordula III v. Auftakt brachte das L-Dressurpferd Kagliostro v. Habicht; Kalinka VI v. Turmfalk blieb mit nur einem Hengstfohlen züchterisch unbedeutend; Kasimir v. Turmfalk gewann in Dressuren bis Klasse L 520 Mark. Kurbella, das zweite Fohlen dieser Stute, war also das bedeutendste.

Kornblumes Vater Flugsand aus der bekannten Zuchtstätte Schlegel, Dortmund, gehörte mit sieben gekörten Söhnen und einigen herausragenden Töchtern zu den besseren Hengsten der Zucht seiner Zeit. Der aus einer Totilas-Mutter gezogene Altan-Sohn ist vor allem mit dem S-Dressurpferd Illusion II bekannt geworden, seine Kinder "haben ein harmonisches, großrahmiges Gebäude im guten Rechteckformat, ein kräftiges Fundament und guten Bewegungsablauf."

Kornblumes Mutter Kascha ist die einzige Tochter der Familienbegründerin Kavallerie in der Zucht. Ihr Vater Pokal war 1942 oder 1943 in Trakehnen geboren und später in Hunnesrück weiter aufgezogen worden; er war ein Sohn des wohl einflussreichsten Arabers der Trakehnerzucht, Fetysz ox, aus der mit 50% englischem Vollblut gezogenen Pontebba v. Parsival, die außer Pokal noch die beiden in Jonasthal bzw. Taukenischken eingesetzten Mutterstuten Pontella und Pontica sowie den polnischen Landbeschäler Pommernherzog brachte. Pokal deckte 22 Jahre, hinterließ 14 Töchter und "hat schöne Pferde gemacht, meistens nicht genügend in Größe und Rahmen und auch zu leicht im Vorderfuß ... Die Gänge der Pferde befriedigten meistens." Kascha, bei Dr. Schaurte in Lauvenburg im rheinischen Kreis Neuss gezogen, brachte in der Zucht Igor-Meyhöffer in Detmold in 16 Zuchtjahren acht Fohlen, bevor sie 22-jährig aus der Zucht verkauft wurde. Ihre älteste Tochter war die auch als Turnierpferd registrierte Krutinna v. Tartar, deren Tochter Kirschblüte v. Pregel im Leistungsstutbuch D geführt wird. Zweite der sechs Kascha-Töchter war Kantata v. Pregel, die die Familie mit 13 Fohlen auf eine breite Basis stellte, darunter die in die USA gegangenen Stuten Kyra III v. Impuls und Kaditja v. Sleipnir. Kaschas dritte Tochter war Kornblume III, ihre vierte Tochter Kapuze stammte wieder v. Pregel, wurde bei der Landesschau Westfalen 1986 Id-Preisträgerin und brachte unter ihren acht Fohlen die Turnierpferde Kosima v. Impuls, Karacho v. Meilenstein (Dressur, Springen und Vielseitigkeit bis A), Kargo v. Turmfalk (Dressur L) und Kaddick v. Incitatus sowie mit Kapuzine v. Sleipnir eine Nachfolgerin für die Stutenherde des Gestüts Igor-Meyhöffer. Kaschas Tochter Kavalette v. Salut war mit 15 Fohlen in 15 Zuchtjahren überaus fruchtbar; sie brachte sieben Trakehner Zuchtstuten, eine hannoversche sowie das M-Spring- und L-Dressurpferd Kavalier v. Perlenglanz. Kaschas Tochter Kastella II v. Impuls schließlich wurde erfolgreich in Springprüfungen der Klasse A gezeigt, hat aber züchterisch keine Spuren hinterlassen.

Familienbegründerin Kavallerie war 1942 bei Siegfried Freiherr von der Leyen in Hasselpusch im ostpreußischen Kreis Heiligenbeil geboren. Diese Zuchtstätte ist auch Heimstatt der Familie der Posse, aus der das Olympia-Dressurpferd Perkunos (Silber 1956) herausragt. Kavallerie kam später in den Besitz von Dr. Werner Schaurte, zeitweise Präsident des Deutschen Reiter- und Fahrer-Verbandes. Anneliese Schaurte-Küppers gehörte auf der von Ida von Nagel übernommenen Oxyd-Tochter Afrika ebenfalls zur Stockholmer Silber-Olympiamannschaft. Kavallerie war eine edle Schimmelstute mit den Maßen 1.52/18.5, die seinerzeit mit der Bewertung 2,4,3/3,3 eingetragen wurde. Sie war als Turnierpferd registriert - allerdings ohne Gewinnsumme - und brachte in fünf Zuchtjahren bis zu ihrem Tod im Alter von 13 Jahren fünf Fohlen, darunter die beiden Turnierpferde K.D. v. Paraffin und Kavallerist v. Pokal sowie die in der Zucht eingesetzte Tochter Kascha. Kavalleries Pedigree illustriert die große Verbundenheit zwischen dem Hauptgestüt Trakehnen und den großen Privatzuchten in Ostpreußen. Der Vater Lindequist, väterlicherseits ein Enkel des Vollblutarabers Demir Kaja ox, mütterlicherseits ein Enkel des Beberbeckers Gärtner, hat in der Zucht von der Leyen eine Reihe von Stuten hinterlassen, mit denen in den Nachkriegsjahren im Westen weitergezüchtet wurde: Neben Kavallerie seien hier noch Preußenfahne und Königstochter erwähnt.

Nachzucht

Kapras jetzt 8-jähriger Sohn Kaprizio hat bisher Siege und Platzierungen in Dressurprüfungen bis zur Klasse L und in Springprüfungen bis zur Klasse M sowie in Zweispänner-Fahrprüfungen der Klasse A errungen

Im Bild links Kaprizio (vorn) und seine Mutter Kapra (mit Blesse, geht rechts im Gespann) an den Leinen von Michaela Reinisch

Kapras jetzt 8-jähriger Sohn Kaprizio stammt vom Hämelschenburger Hauptbeschäler Kostolany. Nach dem Tod von Michaela Reinischs erstem Trakehner Fahrpferd stand von Anfang an fest, dass Kapra dreijährig zunächst gedeckt werden sollte. Der erst im Juni geborene Sohn erfüllte alle vielschichtigen Wünsche, die Familie Reinisch mit der Trächtigkeit von Kapra verbunden hatte. Beim Fohlenbrennen im Gestüt Schralling war er Championatsfohlen mit einer 9 im Typ und im Galopp. Er hat eine erstklassige Aufzucht unter gleichaltrigen Hengsten im Stall des erst kürzlich verstorbenen Anton Mittermaier in Oberflossing genossen, wurde dann aber fünfjährig gelegt, da er - zwar nicht zu Hause, aber doch auswärts - massive Probleme mit seinem Hengstsein hatte.

Erst am letzten Juli-Wochenende gewann Kaprizio wieder eine Kandaren-L-Dressur und war 5. in einer weiteren - trotzdem blieb er seinem "Springpferd"-Image im Hause Reinisch gerecht und war Mitte August in Ortenburg in einem Punktespringen mit Joker der Klasse M* an 3. Stelle platziert!

Diese Allround-Begabung bringt Reiterin Amelie Reinisch mittlerweile ins Grübeln - wäre es nicht doch mal wieder schön, "ein bisschen A-Vielseitigkeit" zu reiten??? Denn nicht nur Amelie hat in diesem Metier Erfahrung - sie war 1999 Bayerische Mannschaftsmeisterin und Einzel-4. bei den Busch-Ponys mit ihrem Haflingerhengst Neapel -, sondern auch Kaprizio hat hier schon mal reingeschnuppert, z.B. mit einem Sieg bei der E-Vielseitigkeit anlässlich der Kreuther Busch-Indoors 2005. Und so wird das Turnier in Trostberg-Wäschhausen in diesem Jahr wohl das Team Reinisch/Kaprizio in der Kombiprüfung der Klasse A sehen ...

Damit aber nicht genug mit der Vielseitigkeit des Kapra-Sohnes. Mit Züchterin Michaela Reinisch an den Leinen und Mutter Kapra an seiner Seite hat der Wallach nun schon eine ganze Reihe von schönen Erfolgen im Zweispännerfahren der Klasse A erringen können.

Kiara

Kapra zog sich 2004 eine Verletzung zu und sollte Zeit genug bekommen, das gründlich auszukurieren. Um die Zeit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, entschied Michaela Reinisch, die Stute erneut decken zu lassen. Mit Kaprizio hatte Kapra eigentlich schon das Traumpferd gebracht - er hat nur einen einzigen Fehler: Nicht umsonst lautet sein Spitzname im Stall "Wichtl" ... Kostolany-Blut sollte es also wieder sein, aber wenn möglich etwas mehr Größe. So kam Ammerlands Starbeschäler Silvermoon zum Zuge. Und am 1. Juni 2005 kam pünktlich Kapras erstes Stutfohlen Kiara zur Welt.

Mit einer schwarzen Stute hatte wegen der Schimmelfarbe des Vaters im Hause Reinisch nun niemand gerechnet - man hatte sich gedanklich schon intensiv mit einem Verkauf befasst. Doch da sie ihrem Bruder Kaprizio äußerlich sehr ähnelt und ganz zufällig auch noch genau die richtige Farbe hat, was ideale Voraussetzungen für eine Lebensstellung als Fahrpferd bei Familie Reinisch sind, wird mittlerweile über einen Verkauf nicht mehr nachgedacht. Amelie freut sich schon auf das Anreiten im Winter. Eingefahren ist Kiara schon und macht momentan gelegentliche Ausfahrten ins Gelände mit ihrer Mutter Kapra oder ihrem Stallgefährten Karthago. Im Herbst soll es dann mal wieder vierspännig losgehen, diesmal mit Kiara im Gespann. 

Text und ©: Karin Schweiger für www.trakehnerfreun.de 2008
Fotos: privat, HP Klosterhof Medingen