Aachens ganz großer Shooting-Star:

Matiné: Weltklassepferd, natürlich mit Trakehnerblut

Die dänische Stute Matinée vom Trakehner Silvermoon unter ihrem dänischen Reiter Andreas Helgstrand schlug in Aachen ein neues Kapitel Dressurgeschichte auf.

Silvermoon Kostolany Enrico Caruso Mahagoni v. Pasteur xx
Elchniederung v. Amagun
Kapstadt Falke v. Grimsel
Karben v. Ibikus
E.St.
Suleiken IV
Mahagoni Pasteur xx v. Bürgermeister xx
Maharani II v. Flaneur
Sylvelein Maharadscha v. Famulus
Sabrina III v. Frohsinn
Matadie Matador May Sherif E.H. Elizar v. Unikum/Trak.
May Kignaes v. Securius
Susan Bakkely Wersal/Trak. v. Colombo
Susi v. Guter Gast xx
Sussie 2 -- --
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Stutenfamilie des Silvermoon: Suska (Hauptgestüt Trakehnen)
Stutenfamilie des Kostolany: Kassette (Hauptgestüt Trakehnen)

Das wohl auffallendste Pferd der Aachener Weltreiterspiele trägt die so ungeliebte Schimmelfarbe, ist – und das im Dressursport! – eine Stute und stammt aus dänischer Warmblutzucht. Das erst neunjährige Weltklassepferd Matiné und ihr elegant sitzender Reiter Andreas Helgstrand vom Gestüt Blue Hors der Lego-Dynastie Kristiansen wurden vom Aachener Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert, in der Kür klatschten die Zuschauer zur Schlusspassage begeistert im Takt mit. Bestes Pferd im Grand Prix (und Mannschaftsbronze), eine weitere Bronzemedaille im Grand Prix Special (Einzel-WM klassisch) und die Silbermedaille in der Einzel-WM Kür – so lautete die Bilanz für das Paar, das mit seinen Piaffe-Passage-Touren ein neues Kapitel Dressurgeschichte aufschlug und mit Gelassenheit und Nervenstärke überzeugte.

Matinées Vater ist der Trakehnerhengst Silvermoon, der seit einigen Jahren die Warmbluthengstriege des Gestüts Ammerland verstärkt. Der Schimmel war Prämienhengst der Körung und ging nach Dänemark, wo er ein paar gute Sportpferde, das auffällige Auktionspferd Take That (Neumünster 2002) und vor allem den derzeit stark nachgefragten Prämienhengst Cadeau hinterließ. Selbst ist Silvermoon erfolgreich im Dressursport bis zur Klasse S gegangen. Mütterlicherseits ist er ein Halbbruder des Prämienhengstes Schampus, seine Mutter trägt den Titel einer Elitestute.

Silvermoons Vater Kostolany gilt als lebende Legende der Trakehnerzucht, hat erfolgreiche Nachkommen für alle Sparten gebracht. Shannon TSF z.B. erinnert in seinen Auftritten stark an seine nahe Verwandte Matinée, Amazing war bejubelte Challenge-Cup-Siegerin und Karlos holte sich Bronze beim Bundeschampionat im Gelände. Zu Kostolanys acht gekörten Söhnen zählen der inzwischen zum Elitehengst avancierte Gribaldi, derzeit eines der besten Dressurpferde der Welt und u.a. Vater von Hofrat und Hoftänzer, und der im Gestüt Schwaighof stationierte Tolstoi, der mit seinen beiden Siegerhengstsöhnen Freudenfest und Farinelli Furore machte.

Wer Silvermoon unter Matthias Kempkes etwa vergangenen Herbst beim Trakehner Schauabend im Rahmen des internationalen Vielseitigkeitsturniers in Kreuth gesehen hat, der braucht sich über Matinées Gangvermögen nicht allzu sehr zu wundern. Doch auch Matinées mütterliche Abstammung ist nicht ohne! Ihr Muttervater ist kein Geringerer als Matador, mit dem die Finnin Kyra Kyrklund in den 80er- und 90er-Jahren sehr erfolgreich international im Dressurviereck unterwegs war. Matador, der stets mit überragender Rittigkeit überzeugte, eint in seinem Pedigree die besten Blutlinien aus schwedischer Leistungszucht, angereichert mit einem satten Schuss Trakehnerblut. Sein Vater May Sherif genießt bei Dressurreitern einen sehr guten Ruf, zu seiner Nachzucht zählen auch Sven Rothenbergers Andiamo und die österreichische Dressurmeisterin Venezia (Peter Ebringer).

Matinée, der Star der Aachener Weltreiterspiele, bestätigt einmal mehr, dass Trakehnerblut als „Leistungsverstärker“ einen exzellenten Job macht ...

Matinées Vater Silvermoon hat Sporterfolge bis Klasse S aufzuweisen und begeisterte u.a. beim Trakehner Schauabend anlässlich des "Kreuther Herbsts 2005". Foto: Martin Seitz Matinées Muttervater Matador war lange Jahre u.a. olympisch mit Kyra Kyrklund im Sport erfolgreich