Rathbawn Valet nennt nicht nur eines der berühmtesten Trakehnergestüte der Welt, nämlich das russische Gestüt Kirow, seine Zuchtstätte, er kann sich auch eines erlesenen Pedigrees rühmen. Sein Vater Egoist zählt zu den besten Vertretern des auf den Trakehner Hauptbeschäler Pilger zurückgehenden Hengststamms.
VALETS GROSSVATER OSTRJAK
Für Kirow gilt Ostrjak v. Ossian (v. Pilger) u.d. Sportfreude v. Pythagoras als Linienbegründer. Mütterlicherseits war Ostrjak nah verwandt zu Sporn – dem Vollbruder der Sportfreude –, auf der Vaterseite steht mit Pilger ein Hengst, der im Hauptgestüt Trakehnen eine Ausnahmestellung als Lieferant erfolgreicher Pferde einnahm. Der dunkelbraune Ostrjak, 1955 in Kirow geboren, entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Vertreter der russischen Trakehnerzucht und wurde dafür mit dem Titel „Elitehengst“ ausgezeichnet. In jungen Jahren bewährte er sich in 17 Rennen, von denen er drei gewann und in zehn weiteren hoch platziert war. Bis zum Alter von neun Jahren wurde Ostrjak in Springprüfungen gezeigt, anschließend ging er in seine Zuchtstätte zurück, um seine wertvollen Gene weiterzugeben. Unter seinen Söhnen haben Egoist, auf den wir gleich noch kommen, Eol – als Großvater von Biotop, Heops und Verdenas derzeit in aller Munde – und der Olympionike Topki Weltgeltung erlangt.
VALETS GROSSMUTTER ETUAL (Etoile)
Die Mutterlinie des Egoist geht zurück auf die schwarze Stute Teorema, die 1952 in Kirow als Tochter v. Termit u.d. Mechanika v. Markasit geboren wurde. Sie war eine Dunkelfuchsstute mittlerer Größe und stand deutlich im Typ der von ihrem Großvater Hyperion begründeten Linie: Schönheit, Eleganz und große Intelligenz prägten seine Nachzucht. Teorema gehörte zur alten Stutenfamilie der Kiewitt/Haleb, ihre Mutter Mechanika hatte sich mit ihren Pilgrim-Söhnen Pamir (geb. 1958) und Predmet (geb. 1960) einen Namen gemacht. Ersterer war von 1966-1975 Hauptbeschäler in Kirow und wurde als Vater des Mannschaftsgold- und Einzelsilbermedaillengewinners der Olympiade Moskau 1980, Espadron, bekannt; letzterer wurde 1964 nach Deutschland abgegeben und später in die Niederlande weiterverkauft. Teorema selbst wurde in 18 Zuchtjahren in Kirow Mutter von neun lebenden Fohlen, zu denen der 1967 v. Topol ox gefallene Spring- und Zuchthengst Tantal sowie die beiden überragenden Zuchtstuten Etelka (geb. 1964) und Etual (geb. 1965), beide v. Expromt, zählen. Die schwarze Etelka wurde Mutter des legendären Eol v. Ostrjak, Etual fohlte 1974 den Hengst Egoist v. Ostrjak. Alle Vertreter dieses Stutenstamms werden als typvolle Pferde mit guten Linien, bestem Ausdruck und energischen Bewegungen beschrieben, sie gelten als leicht zu reiten und angenehm im Temperament.
Expromt, der Hengst, von dem Teorema ihre Tochter Etual fohlte, war ein Dunkelbrauner und hatte den als Eifel bekannt gewordenen ehemaligen Torero zum Vater – den Vollbruder des nach dem Krieg in Westdeutschland zu Stempelhengst-Meriten gekommenen Totilas. Expromts bekanntester Sohn dürfte Ech-Ma sein (geb. 1965), der eine ganze Reihe guter Sportpferde hinterließ, u.a. auch den vom deutschen Trakehnerverband anerkannten Fuchs Abrek, der nach erfolgreicher Springkarriere heute in Österreich deckt.
Der großrahmige Egoist mit starkem Fundament repräsentierte den Typus seines Großvaters Pythagoras. 1986 wurde der Hengst als Leihhengst nach Deutschland verpachtet, wirkte drei Jahre in Kölsa und hinterließ der Trakehnerzucht 13 eingetragene Töchter. Die Fuchsstute Achtsame gehörte zu seinen besten Töchtern, sie brachte u.a. das hochklassige Springpferd Allenstein v. Nerv und den jetzt 6-jähringen und gerade beim Bundesturnier erfolgreichen Austerlitz v. Schenkendorf.
VALETS GROSSVATER HOCKEY
Über den Vater von Valets Mutter Vecha, den 1973 geborenen Braunen Hockey, noch Erklärungen anzufügen, hieße wohl Eulen nach Athen zu tragen. Zu dominant hat sich der Sohn des Arabers Pomeranets ox in der internationalen Zucht durchgesetzt, als dass es noch irgendeiner Erklärung bedürfte. Es sei nur erinnert an einige allesamt inzwischen züchterisch genutzte Ausnahmepferde: an Elmar Gundels Springer Almox Prints J (v. Hockey u.d. Pawana v. Welt), an Ulla Salzgebers langjährigen Erfolgshengst Perechlest (v. Hockey u.d. Pepela v. Papirus), an den Publikumsliebling der Körung 2003, Lowelas (v. Hockey u.d. Lugowen v. Inster Graditz), an Dr. Rainer Klimkes letztes Weltklassedressurpferd Biotop (v. Blesk u.d. Plaska v. Hockey) und an den mit über 40 S-Platzierungen hocherfolgreichen Springhengst Long Deal (v. Alarm u.d. Prjaha v. Hockey). Insgesamt 40 Grand-Prix-Pferde im Springen und in der Dressur hat Hockey der Welt hinterlassen.
Wertbestimmend für das Pedigree des Hockey ist mit Sicherheit das Blut des Pomeranets ox, Sohn des absoluten Leistungsträgers Prijboy ox. Hockey ist damit Repräsentant des „Russischen Erfolgsrezepts“, immer wieder leistungsstarke Arabergene einzukreuzen. Hockeys Mutter Haza repräsentiert die wertvolle Hengstlinie des Kupferhammer/Parsival über ihren Vater Hrisolit. Sie ist nicht nur Mutter des Hockey, sondern über ihren Sohn Herson v. Eol auch Großmutter des internationalen Springhengstes Heops.
Special Thanks to Elena Zobova und Stephan Bischoff für die Informationen