Anton Mittermaier gestorben

Im Alter von nur 64 Jahren starb in Oberflossing bei Mühldorf/Obb. nach tapfer ertragenem Leiden Anton Mittermaier. Mit dem „Toni“, als den ihn die meisten kannten, verlieren die Warmblut- und Kaltblutzüchter, aber auch die Trakehnerzüchter in Bayern einen profunden Pferdekenner, einen erfolgreichen Hengstaufzüchter und eine besondere Persönlichkeit.

Zwei Dinge prägten in besonderem Maße sein Leben: zum einen seine Familie, Frau und Kinder. Sie waren sein Lebensmittelpunkt. Das zweite waren die Pferde und die Menschen, die damit zu tun hatten. Bei aller Bodenständigkeit war er Neuem gegenüber stets aufgeschlossen.

Viele erfolgreiche Pferde hat er als Fohlen entdeckt und ihre Zucht- oder auch Reitkarriere begründet – und zwar vom Warmblüter bis hin zum schweren Kaltblutpferd. Seine besondere Leidenschaft aber galt dem Trakehner. Stellvertretend für viele andere Pferde seien die Namen von drei Hengsten erwähnt, die in Oberflossing ihren erfolgreichen Weg in Zucht und Sport begonnen haben: Unesco, Lutz und Suchard, von deren Schleifen in großen Prüfungen man sprach und spricht und deren Gene in so manchem erfolgreichen Sportpferd im In- und Ausland zu finden sind.

Bedeutungsvoll war Mittermaiers Wirken als Hengstaufzüchter, und viele kleine Züchter waren froh, wenn Toni das eine oder andere gute Hengstfohlen kaufte und aufzog. So manchem „kleinen“ Züchter hat er damit erst das Weiterzüchten ermöglicht. Seine Geschäfte waren fair und auf sein Wort konnte man sich verlassen. Anton Mittermaier war ein unabhängiger, unbestechlicher, geradliniger Mensch. Damit hatte er es in unseren Strukturen manchmal nicht so leicht, aber er ist sich selbst immer treu geblieben.

Vor nunmehr fast 25 Jahren wurde in Oberflossing der Trakehner-Züchter-Stammtisch gegründet. Mittermaier war Motor und Seele. Bis heute treffen sich Züchter aus Bayern und Österreich hier zum Erfahrungsaustausch, zur Information und Diskussion rund ums Pferd.

Mehr noch dürfte zählen, was viele Züchterkollegen mit Anton Mittermaier an persönlicher Erinnerung verbindet. Seine Selbstdisziplin, seine Offenheit, seine Integrationsfähigkeit und Loyalität haben alle oft beeindruckt. Die bayerischen Trakehnerzüchter verlieren mit ihm einen großartigen Menschen, Züchterkollegen, Kameraden und Freund. Über der Trauer um seinen Tod bleiben der Dank für sein vielschichtiges Wirken und die Erinnerung – wir werden ihn nie vergessen ...