Runder Geburtstag:

Jörg Freiherr von Imhoff ein 65er

Mit Jörg Baron von Imhoff beging einer der ganz Engagierten im Vielseitigkeitssport am 15. April 2005 seinen 65. Geburtstag. Selbst internationaler Vielseitigkeitsreiter, Parcoursbauer und Richter, gingen aus seiner kleinen, aber sehr qualitätvollen Zucht zwei gekörte und im Leistungssport hoch bewährte Hengste sowie zwei internationale Vielseitigkeitspferde hervor.

Foto: Martin Seitz

Banteer, der "Busch-Ferrari" - Foto: Julia Rau

Ein zauberhaftes Züchterportrait verfasste Wolf-Dietrich Nahr für sein Internet-Portal www.buschreiter.de ... lesen

Aus einer reitsportbegeisterten Familie aus dem Raum Coburg stammend, hat sich Jörg von Imhoff nach dem Jurastudium sehr rasch ausschließlich der Jagd, Pferdezucht und dem Vielseitigkeitssport verschrieben. Er ist ein richtiger Landmensch, lebt seit Jahren mit seiner Frau Irene, Hunden und Pferden auf Schloss Remlingen in der Nähe von Würzburg im Fränkischen. Wer ihn kennt, weiß, dass seine ganze Liebe Land, Leuten und Pferden in Irland gilt, von wo er eine Reihe bester Stuten nach Deutschland brachte. Man fragt sich immer wieder, auf welche Art es dem Baron gelingt, den durchaus als Pferdekennern renommierten Iren immer wieder erstklassige Vollblutstuten abzuluchsen.

Punchestown Lady xx war so eine. Mit ihr schaffte es Jörg von Imhoff in geduldiger Kleinarbeit bis in den internationalen Sport. 1977 war er mit der Stute in Achselschwang hochplaziert. Die Prüfung gewann damals Martin Plewa mit Habicht – und der war auch der Vater ihres Sohnes Parforce. Wie seine Mutter ist auch er ein außergewöhnliches Pferd: Erfolgreich im Springsport bis zur Klasse S, trotz nicht gerade überwältigender Stutenzahlen Vater u.a. von Phantom (Stephanie Boniberger, Springen bis S), Malvino (Dressur bis M, Springen bis S), Fellino (Dressur bis M) und natürlich Vater der internationalen Vielseitigkeitspferde Banteer und Bunbury. Parforce deckt noch heute bei Hans Magers auf dem Wöllriederhof in Rottendorf.

Ballyvergin Lady xx war auch so eine. Ihre Insterfeuer-Tochter Balzjagd wurde Mutter des Balzflug, der nicht nur selbst große Erfolge im Dressurviereck feierte, sondern in Deutschland und Holland als Deckhengst sehr gefragt war. Ballyvergin Ladys Insterfeuer-Sohn Bukephalos, ein Jahr jünger als seine Vollschwester, gehörte bei aller Größe zu den wertvollsten und härtesten Hengsten der Zucht. Selbst erfolgreich bis zu CCI**-Prüfungen, hatte er im Deckeinsatz sehr unter seiner ungewöhnlichen Schwarzschimmel-Farbe zu leiden. Gerhard Schickedanz holte den Hengst schließ­lich nach Kanada, wo er seinen Lebensabend verbrachte. 2000 folgte ihm als Nachfolger auf dem Gestüt Galten Farms sein bester Sohn Heling (Fuchs, a.d. Halima v. Elitehengst Consul).

Jörg von Imhoff hat auch für andere deutsche Gestüte weitere Vollblutstuten aus Irland geholt. Das renommierte Trakehnergestüt Hörstein in Alzenau bei Aschaffenburg zum Beispiel sicherte sich Shannon Symphony xx, Gestüt Altefeld griff zu, als Rathkeale xx zum Verkauf stand, Hans Magers züchtet mit Euphony xx, und Jörg von Imhoffs Schülerin Myriam Bray hat derzeit mit Tara xx ein ganz hoffnungsvolles Nachwuchspferd für den Vielseitigkeitssport unter dem Sattel.

Bachcantate xx, Ballyvergin Ladys Pasteur xx-Tochter, hat Jörg von Imhoff seine beiden im Sport erfolgreichsten Zuchtprodukte zu verdanken. Angepaart an Imhoffs selbstgezogenen Hengst Parforce, brachte sie unter anderem die beiden Stuten Banteer und Bunbury. Banteer machte unter Dr. Matthias Baumann während ihrer Sportkarriere ihrem Spitznamen „Busch-Ferrari“ alle Ehre. Bubury, die Prämien- und Staatsprämienstute ist, ihre Stutenleistungsprüfung gewonnen hat und außerdem bis zur höchsten Klasse Sporterfolge aufzuweisen hat, katapultierte den Nachwuchsreiter Michael Jung in den vergangenen beiden Jahren in die nationale Spitze.

Härte und Leistungsvermögen sind die Kriterien, nach denen Jörg von Imhoff seine Pferde kauft und seine Stuten anpaart. Keine Überraschung, dass dabei auch gelegentlich experimentiert wird. Sicher ist er absoluter Vollblutliebhaber, freilich steht er auch zur Trakehnerzucht, die allermeisten seiner Produkte tragen den Elchschaufelbrand. Aber dennoch hat er die Halbschwester von Banteer und Bunbury auch mal von Almé Z decken lassen. Der Respekt vor der Leistung ...

Zur Zeit stehen drei Stuten in von Imhoffs Zucht, die irische Belfort xx-Tochter Cliff of Moher xx, Mutter des bei Familie Rattenhuber stehenden Nachwuchspferdes Clinton, Bunbury v. Parforce, die 2005 vom Celler Landbeschäler Sunlight xx ein Bomben-Stutfohlen brachte, und Banteer TSF v. Parforce, die 2006 von dem im internationalen Springsport erfolgreichen russischen Trakehner Heops (geb. 1994 v. Herson) fohlte.