Jutta Bauernschmitt

Züchterin, Reiterin und Fotografin - Jutta Bauernschmitt

Dogge Benjamin - Foto: J.Bauernschmitt

Juttas absolutes Lieblingsbild zeigt ihren Doggenrüden Benjamin

Trakehnerstute Kaperied - Foto: J.Bauernschmitt

Traumhafte Kopfstudie der Trakehnerstute KAPERIED

Kaperieds Sohn KIDNEYMEL v. Parforce

Wer Juttas Fotos sehen möchte, hier geht's zu ihrer Homepage: www.JuttaBauernschmitt.de

Ganz aktuelle Fotos gibt's auch immer unter www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/17132 und unter www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/589444

Das Auge hinter der Kameralinse ...

Jutta Bauernschmitt zählt inzwischen zu den renommierten Fotografen in der Trakehner Szene. Glück für den bayerischen Zuchtbezirk, dass die 39-Jährige aus der Fränkischen Schweiz stets mit der Kamera zur Stelle ist, wenn wir Ihnen von den großen und kleinen Events berichten ...

Trakehner in Bayern: Was macht ein gutes Bild aus? Es reicht ja eben nicht, mit der Kamera draufzuhalten und den Auslöser zu betätigen ...

Jutta Bauernschmitt: Ein gutes Bild kann man länger als fünf Sekunden betrachten und es zieht immer wieder die Blicke auf sich. Ich muss an jedem Tier etwas schön finden und mein Herz muss dabei sein, ansonsten werden die Bilder nichts.

Trakehner in Bayern: Wo liegt der Schwerpunkt - ist es die Technik, die man beherrschen muss, ist es das angeborene Auge, das man für die Ästhetik einer Bildkomposition braucht, oder ist es Lernen, Erfahrung, profanes Üben also?

Jutta Bauernschmitt: Sowohl als auch. Es nützt die beste Technik nichts, wenn man kein Auge für die Situation hat, und es nützt das beste Auge nichts, wenn man mit seinem Handwerkszeug nicht umgehen kann.

Trakehner in Bayern: Für Außenstehende oft schwer nachzuvollziehen - wie wird man als Fotograf "entdeckt"? Wer entscheidet darüber, ob Deine Fotos in "Der Trakehner" erscheinen, ein Buch illustrieren oder auf einem CD-Cover prangen?

Jutta Bauernschmitt: Bis jetzt bin ich eigentlich immer von Freunden oder Bekannten angesprochen worden, wenn Bilder benötigt wurden. Ob die Bilder bei einem Verlag oder in einer Zeitung erscheinen, darüber entscheidet die Redaktion. Ansonsten heißt es fragen, ob man fotografieren darf - und wenn die Bilder vorliegen, sprechen sie oft für sich und mich ;o)

Trakehner in Bayern: Was war Dein schönstes Erlebnis beim Pferde-Fotoshooting?

Jutta Bauernschmitt: Zweifelsfrei mein letzter Tag in Andalusien, 3 Stunden vor Abflug. Wir sind noch einmal an dem Gestüt vorbei gefahren, wo mein "Traum-Cartujanohengst" Estoque steht. Nach fast neun Tagen Regen riss der Himmel auf und Gott schenkte uns Momente, von denen ich heute noch träume. Ich glaube, so nah war ich Gott noch nie.

Trakehner in Bayern: An welches Pferde-Fotoshooting denkst Du nur mit Grauen zurück?

Jutta Bauernschmitt: An ein Shooting, bei dem ich von den Bremsen fast aufgefressen wurde ...

Trakehner in Bayern: Verrätst Du ein paar Tricks, wie's auch bei Otto-Normalknipser klappt?

Jutta Bauernschmitt: Ohne eine gute Ausrüstung geht nichts. Eine Spiegelreflexkamera sollte es schon sein, egal ob analog oder digital. Bei Digital ist eine geringe Auslöseverzögerung wichtiger als ultraviele Megapixel. Wichtiger als der Kamerabody sind gute Objektive.
Das Herz muss immer dabei sein, man darf sich und den Tieren keinen Stress machen. Die schönsten Bilder entstehen aus der Situation heraus und sind zu 99% Schnappschüsse.

Trakehner in Bayern: Blick in die Zukunft - wann kommt der erste Kalender mit Bauernschmitt-Trakehner-Fotos auf den Markt?

Jutta Bauernschmitt: Oje ... schon lange geplant ... und immer wieder aufgeschoben, mal sehen ob ich es dieses Jahr schaffe. Wenn, dann Anfang Oktober.

Trakehner in Bayern: Dich hat ja bekanntlich Deine Stute Kaperied zum Trakehner gebracht. Sie ist jetzt zum zweiten Mal tragend von Parforce. Was hat Dich an dieser Anpaarung gereizt?

Jutta Bauernschmitt: Die Sportlichkeit und das Wesen von Parforce. Außerdem die schönen klaren Beine, die er auch noch im hohen Alter hat - wie meine Stute :o) Mein Blick fällt bei Pferden immer zuerst auf die Beine ... Beine, Gangwerk, Wesen ... und wenn sie noch hübsch sind, dann ist es um mich geschehen.

Trakehner in Bayern: Hat es Einfluss auf Deine Anpaarungsentscheidung, ob Du das Fohlen für Dich selbst behalten oder verkaufen möchtest?

Jutta Bauernschmitt: Wenn ich eine Stute habe, möchte ich sie behalten und mit ihr weiter züchten. Wird es ein Hengst, werde ich ihn verkaufen. Also sollte man bei der Anpaarung immer darauf achten, das das entstehende Pferd auch verkäuflich ist. Außerdem weiß man nie, was das Leben so bringt ...

Trakehner in Bayern: Der Trakehner feiert ja heuer 275. Geburtstag. Was würdest Du der Rasse für die Zukunft wünschen?

Jutta Bauernschmitt: Dass sie ihre Liebhaber, die mit Herzblut an der Rasse hängen, nicht verliert. Denn gerade die Kleinen sind es, die diese Rasse hegen und pflegen. Dass die Diskussion um die Öffnung des Stutbuches endlich abgeschlossen wird, denn dadurch würde unsere Rasse sich bald in Luft auslösen.

Trakehner in Bayern: Du hast ja noch ein weiteres Lieblingsmotiv - Doggen. Welche Tierart lässt sich besser in Szene setzen?

Jutta Bauernschmitt: Beide. Nur machen meine Doggen beim Fotografieren dämlichere Gesichter :o)))

Vielen, herzlichen Dank für das Interview -
und wir drücken die Daumen für das Wunschfohlen in den kommenden Tagen!