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Video zum Fohlenchampionat von Elisabeth Jaud

Der Trakehner Zuchtbezirk Bayern hätte für sein Fohlenchampionat wohl kaum ein ansprechenderes Ambiente finden können als das Gut Schwaighof in der Nähe von Augsburg. Tradition und Moderne an einem Fleck – das Gut feiert in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen und zählt zu den ältesten und erfolgreichsten Trakehner Zuchtstätten in Bayern. Eigentlich sollte das Areal nach dem Ersten Weltkrieg die neue Heimat für einen Kaiserslauterner Produktionsbetrieb sein, doch es kam anders: In Bayern gab es keine Genehmigung und Kaiserslautern fiel doch nicht an die Siegermacht Frankreich. So blieb das Gut ein landwirtschaftlicher Betrieb mit vielen Zweigen; die zahlreichen dort lebenden Angestellten machten es zu einem richtigen kleinen Dorf. Der landwirtschaftliche Betrieb besteht noch immer, auch die Trakehnerzucht wird noch immer höchst erfolgreich weitergeführt, wie nicht zuletzt die in den vergangenen beiden Jahren hochdekorierte DARK ROSE beweist.

Direkt zu Füßen des imposanten Herrenhauses, neben dem wunderschön angelegten Park präsentierte sich Mitte August die moderne Trakehnerzucht: Wie in einem Amphitheater konnte man bei strahlendem Sonnenschein um den Platz sitzen und die hervorragenden Trakehnerfohlen des Jahrgangs 2018 aus dem Zuchtbezirk auf sich wirken lassen.

Marbachs Landoberstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck, der frisch vermählte Björn Hanke aus Hameln und der Süddeutsche Körkommissar Jakob Maier stellten das Richterteam für das Championat; Neel Schoof als stellvertretender Zuchtleiter bewertete zusammen mit Dr. Albert Raith und Renate Steiner vom Zuchtbezirk die noch nicht gemusterten Fohlen. Die „Stimme des Hengstmarkts“, Renate Stahnke, hatte die Moderation und Ansage übernommen und auch Verbandsvorsitzender Dr. Norbert Camp ließ sich dieses Ereignis nicht entgehen.

Dass die Züchter in Bayern durchaus ein Faible für Blut haben, konnte man deutlich sehen: Gleich vier der zwölf vorgestellten Hengstfohlen waren Halbblüter, darunter als echtes Schmankerl ein Dreiviertelblüter – Sohn des Angloarabers Icare d’Olympe und der vielfach in Springen bis Kl. M** erfolgreiche Elitestute Orchidee. Auch Polarbeauty und Mutter Polardiva, einst zur Reservesiegerfamilie der Landesschau zählend, sowie die Kaiser-Wilhelm-Vollschwester und Mutter des S-erfolgreichen Kamani Hill, Kantara III, stellten hier ihren Nachwuchs vor.

Ladies first, auch wenn das nicht dem Programmablauf entsprach: Ein leider durch zwei Ausfälle auf vier Fohlen geschrumpftes Teilnehmerfeld präsentierte sich qualitätvoll – mit durchaus größerer Bandbreite: Sechs Nennungen, sechs Väter. Eine Hibiskus-Tochter aus einer der ersten Icare-Töchter in der Zucht, zudem aus einer SLP-Siegerin gezogen, wusste vor allem im Schrittring mit souveränen, durch den Körper schwingenden Bewegungen zu überzeugen (Z: Dr. Damian Bühler und Dr. Teresa Jaeger, CH-Neukirch). Ein urbayerisches Zuchtprodukt v. Grimani, den der früher in Utting ansässige Konrad Ranzinger gezogen hat, aus einer In-Flagranti-Tochter aus dem Stutenstamm des Peron wusste mit viel Typ und korrektem Fundament zu punkten (Z: Dr. Christiane Heydner, Rottenburg). Die Ivanhoe-Tochter der Salva Sarenga, einer Stute mit überragend abgelegter SLP, steckte gerade in einer ungünstigen Wachstumsphase, ließ aber mit effektvollen Bewegungen einiges erwarten (Z: Johann Kleinheinz, Adelsried).

Zur Stutfohlen-Championess kürten die Richter schließlich mit KORSIKA eine Tochter des Freiherr von Stein aus der Kalea v. Grafenstolz/Cadeau, die ebenfalls von Johann Kleinheinz gezogen wurde. Die jetzt 8-jährige Mutter Kalea, aus dem wertvollen Stutenstamm des Hauses Berge in Westfalen stammend, stellte damit zum wiederholten Male ein Fohlen mit Spitzenbewertung: 2017 war ihre Tochter KANDIS v. Honoré du Soir bestbewertetes Stutfohlen im Bezirk, 2016 stellte sie mit KEALOAH aus derselben Anpaarung eine der beiden Reservechampionessen.

Aus den zwölf gezeigten Hengstfohlen wählten die Richter vier für den Endring aus. Ein langbeiniger, großer, nicht nur wegen seiner attraktiven Rappscheckfarbe auffälliger Hibiskus-Sohn aus einer Herbstkönig-Mutter wusste mit gutem Seitenbild, losgelassenen Bewegungen und großem Selbstbewusstsein zu punkten (Z: BG Raili/Caspar, B: Detlef Caspar, Wessobrunn). Überzeugen konnte auch ein schwarzbrauner Helium-Sohn aus einer Herzensdieb-Mutter, dessen Stärken in Typ, solidem Fundament und erkennbarer Lastaufnahme lagen (Z: Jürgen Jess, B: Alexander Jess, Oberschönegg). Zum Reservesieger erklärten die Richter einen braunen Schwarzgold-Sohn aus einer Friedensfürst-Mutter, dessen sportive Aufmachung in Kombination mit Typstärke und Aufsatz ihn zu einem wahren Showman machten (Z: Luisa Klein, Weyarn).

Hengstfohlen-Champion des Jahrgangs 2018 wurde mit KASHMIR ein wahrhaft überragender Halbblüter. Der Sohn des Angloarabers Nathan de la Tour aus der einstigen Eintragungs-Reservesiegerin Kassaya v. Imperio überzeugte mit guter Linienführung, Typstärke, toller Galoppade und Leichtfüßigkeit – ein Modellathlet, wie man ihn sich wünscht! Dem Züchterhaus Braunwarth/Sauter in Günzburg kann man zu diesem blutgeprägten Sportler nur herzlichst gratulieren.

Eine rundherum gelungene Veranstaltung fand mit der Proklamation wahrlich überzeugender Champions ihr Ende – und nicht nur Neel Schoof regte spontan an, das Ehepaar Zeising doch beizeiten wegen einer Wiederholung im kommenden Jahr anzusprechen …

Mehr Bilder finden Sie bei Jutta Förther, die Videos stammen aus der Kamera und dem Schnitt von Elisabeth Jaud.

Wenn Sie Fotos oder ein Video Ihres Fohlens möchten, kontaktieren Sie bitte
Jutta Förther (jutta_foerther@gmx.net) oder
Elisabeth Jaud (e.jaud@gmx.de) direkt.

Die Ergebnisse im Überblick:

Stutfohlen-Championesse:
KORSIKA v. Freiher von Stein u.d. Kalea v. Grafenstolz, Z/B: Johann Kleinheinz

Hengstfohlen-Champion:
KASHMIR v. Nathan de la Tour AA u.d. StPrPrSt. Kassaya v. EH Imperio, Z/B: ZG Braunwarth/Sauter, Günzburg
Reservechampion:
OKIDOKI v. Schwarzgold u.d. PrSt. Odessa v. EH Friedensfürst, Z/B: Luisa Klein, Weyarn

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