Die Trakehnerfamilie in Bayern trauert um ein langjähriges, hochgeachtetes Mitglied.

Helmut Schödel
* 9.9.1936  † 25.6.2017

Es waren die edlen, schönen Pferde vor den Treckwagen der ostpreußischen Flüchtlinge, die gegen Ende des Krieges in Bayreuth den 8-jährigen Helmut Schödel faszinierten und begeisterten.

Beruflich verdingte er sich für den gehobenen nichttechnischen Dienst beim bayerischen Staat. Doch da er keine Möglichkeit bekam, im Bereich Pferdezucht zu arbeiten, gab er den sicheren Job auf und ging für zwei Jahre nach Bonn ans Kuratorium für Traberzucht. Bei Alfred Hartmann in Gössenreuth ritt er die Trakehnerhengste Lötzen, Sascha und Koketteur, bei Alfred Dörfler in Aichen kümmerte er sich anschließend um die reiterliche Ausbildung des Elitehengstes Bartholdy. In den letzten 30 Jahren gehörte er untrennbar zum Züchterhaus Untere Mühle der Familie Nüssel in Goldkronach. Aktiv züchtete er zum Schluss mit der Elitestute Elbefee xx.

Sein reiterliches Rüstzeug holte er sich unter anderem bei Waldemar Seunig und Egon von Neindorff – und Helmut Schödel war ein großer Verfechter der klassischen Reiterei. Er konnte überaus pingelig sein und ein Pferd mit der Nase hinter der Senkrechten gab es in seinem Unterricht und bei seiner Ausbildung nicht. Erst mussten die jungen Pferde ihre Balance gefunden haben, bevor man sie „anpacken“ durfte.

Die Trakehner Gemeinde kennt Helmut Schödel als aufmerksamen Beobachter aller großen Veranstaltungen – seit 1966 gab es keinen Hengstmarkt, keine Frühjahrskörung und auch kein Bundesturnier, bei dem Helmut Schödel nicht mit Katalog und Stift bewaffnet seine Notizen machte. Das Archiv, das er hinterlässt, dürfte an Präzision und Umfang seinesgleichen suchen.

Mit Helmut Schödel hat uns ein wahrer Idealist mit fundiertem Können und Wissen verlassen, der sein ganzes Leben dem Trakehner gewidmet hat. Sein scharfes Auge und sein Beurteilungsvermögen werden fehlen …

Foto: Jutta Bauernschmitt