Zum züchterischen Jahreshöhepunkt, der Zentralen Eintragung und der Stutenleistungsprüfung, lud der Zuchtbezirk Bayern am vergangenen Wochenende auf die Reitanlage Ried der Familie Kreitmeier nach Mainburg ein.

Ein kleines, aber feines Lot von zehn Stuten trat zur Leistungsprüfung an, darunter eine Dreijährige. Und der Zuchtbezirk Bayern darf wahrlich stolz auf seine Stuten und seine Züchter sein: Die Durchschnitts-Gesamtnote der geprüften Stuten lag bei 7,55! Wenn das nicht für top-Grundqualität und weitsichtige Vorbereitung spricht …

Kalamaika v. Iskander/Lehndorff’s

Die dreijährige Iskander-Tochter KALAMAIKA (Mv. Lehndorff’s) aus der Zucht und dem Besitz von Roswitha Caspary (Markt Wald) absolvierte unter Florian Schrägle eine sehr gute Prüfung, wobei die Nervosität des jungen Pferdes nur im Schritt zum Tragen kam. Zusammen mit den Punkten der tags drauf erfolgten Eintragung reichte das Ergebnis dieser Prüfung locker für den Verbands-Prämientitel.

DARK ROSE v. Kentucky/Sir Shostakovich xx – Foto: Jutta Bauernschmitt

Bei den älteren Stuten stach die 4-jährige DARK ROSE (v. Kentucky/Sir Shostakovich xx) heraus, die wirklich von der Vorstellung im Freispringen bis zum Fremdreitertest Richter und Zuschauer restlos begeisterte. Die aus der Zucht von Johanna Zeising (Allmannshofen) und dem Besitz der ZG Eheleute Böhm & Dr. Marietta Jehmlich (Grafing) stammende Schwarzbraune holte sich neben einer 9,5 im Freispringen, je einer 9 für den Trab und von der Fremdreiterin gar eine 10,0 für ihren Schritt ab. Unter dem Sattel von Sophie Grieger hat die letztjährige Eintragungs-Reservesiegerin ja in dieser Saison wahrlich abgeräumt: Sie ist frisch gebackene Bayerische Trakehner Reitpferde- und Dressurpferde-Championess, gewann das Süddeutsche Trakehner-Championat der Geländepferde und begeisterte auch auf dem Bundesturnier in den Nachwuchsprüfungen.

TAURITO MONTESSE v. Heldenberg/Kamiros II xx – Foto: Jutta Bauernschmitt

Zwei blutgeprägte, bedeutende 5-jährige Stutenmodelle erzielten Gesamtnoten von 7,87 bzw. 7,83 – beide lieferten zudem eine sehr gute Vorstellung über den Stangen ab. Zum einen war das die Fuchsstute TAURITO MONTESSE, eine Heldenberg-Tochter aus einer Vollblüterin v. Kamiros II, gezogen und im Besitz von Margit Derber (Stein a.d.Traun), die mit Rittigkeit überzeugte. Zum anderen war das RÄUBERNACHT, eine Lossow-Tochter aus einer Finley-M-Stute, die vom Gestüt St. Vitus gezogen wurde und sich im Besitz von Lorenz Linner befindet. Sie punktete zu ihrer erstklassigen Springvorstellung mit guten Grundgangarten.

Ebenfalls noch eine Gesamtnote über der „magischen“ 7,5 erzielte die bereits 7-jährige OSTERLICHT II, die Beate Aschke (Frankfurt) aus einer Nerv/Osterbote-Tochter gezogen hat. Florian Frisch aus dem Stall Wyrwoll, Duggendorf, stellte die bereits sporterfolgreiche Braune vor und wird sicher in der kommenden Saison noch so manche Schleife mit ihr erzielen können.

———————————————————————————————————–

Ein Rekord-Nennergebnis verzeichnete die Zentrale Stuteneintragung des Bezirks am Sonntag – und das Züchterherz ging wahrlich auf beim Anblick der zwölf ausnahmslos erstklassigen Dreijährigen, die sich schließlich dem Urteil der Zuchtrichter stellten. Schon beim freiwilligen Freispringen war das eine oder andere Highlight zu bewundern – den Titel der „Besten Springstute“ dieses Jahres sicherte sich die dreijährige OPHELIA v. EH Hibiskus/Lauries Crusador xx aus der Zucht der ZG Raili/Caspar (Wessobrunn) und dem Besitz von Katja Baumert (Garmisch-Partenkirchen).

Ein echtes Highlight im ja ohnehin „blutaffinen“ Zuchtbezirk Bayern/Österreich stellten vier Vollblüterinnen dar, die hier eingetragen bzw. deren dezentrale Eintragungsnoten hier bestätigt wurden: Die großrahmige französische Blüterin OUVERTURE xx v. Falco/Alhaarth aus dem Besitz von Dr. Stefan und Rosalinde Rattenhuber (Dießen) ließ hinsichtlich Grundgangarten und Talent über den Stangen kaum Wünsche offen und reihte sich problemlos ins Prämienlot ein. Auf der Rennbahn geprüft (GAG: 59 kg) ist die patente irische Schimmelstute ALDERAAN xx v. Zebedee/Elusive Quality, die sich im Besitz der ZG Raith/Rattenhuber befindet. Typklar und mit erstklassigen Grundgangarten punktend, durfte sie sich über den Verbandsprämientitel freuen. Die überaus fundamentskorrekte Isarländerin TUDORVILLE xx v. Desert Prince/Big Shuffle aus dem Besitz von Dr. Matilda Rattenhuber (Rott) kann Sporterfolge in Dressur-, Springpferde- und Vielseitigkeitsprüfungen Kl. A nachweisen und sicherte sich damit die Verbandsprämie. Für die bereits 15-jährige, mit erklecklichen Rennerfolgen aufwartende MOIRA xx v. General Assembly/Vaguely Noble schließlich, ein beeindruckendes, typvolles, rahmiges Stutenmodell mit erstklassigem Schritt, wurden die dezentral vergebenen Noten bestätigt – auch die Stute aus dem Besitz von Luise Wessely-Trupp (Pernitz/Österreich) darf nun den Verbandsprämientitel tragen.

TAURITO MONTESSE v. Heldenberg/Kamiros II xx – Foto: Jutta Bauernschmitt

Zur „Besten der 4-jährigen und älteren Stuten“ kürten die Richter die Heldenberg-Tochter TAURITO MONTESSE (Mv Kamiros II xx, Z/B: Margit Derber, Stein a.d.Traun). Typvoll, mit bestem Schritt und am Tag zuvor erstklassig abgelegter Leistungsprüfung wurde die Fuchsstute auch mit dem Titel der „Besten Halbblutstute“ ausgezeichnet.

HAGEBUTTE v. Hibiskus/Imperio – Foto: Jutta Bauernschmitt

Unangefochten zum Sieg tanzte sich die Hibiskus-Tochter HAGEBUTTE aus dem Gestüt Murtal in Großlobming (Mv Imperio). Im mittleren Rahmen stehend, mit einem Typ zum Dahinschmelzen und Bombenschritt ist die letztjährige Klassensiegerin der Landesschau wahrlich als erste selbstgezogene Stute des österreichischen Gestüts ein wahres Aushängeschild.

HAPPY HOUR v. Schwarzgold/Kancun – Foto: Jutta Bauernschmitt

Der Titel der Reservesiegerin ging an die ebenfalls bildhübsche Schwarzgold-Tochter HAPPY HOUR (Mv Kancun) aus der Stutteri Selsö im dänischen Skibby, die Dr. Jochen Frank (Aystetten) für sich und seine reiterlichen wie züchterischen Ambitionen entdeckt hat.

Anton-Mittermaier-Gedächtnispreis für die beste in Bayern gezogene Stute

Den Wanderehrenpreis in memoriam Anton Mittermaier für die beste in Bayern gezogene Stute konnte Roswitha Caspary für ihre KALAMAIKA v. Iskander/Lehndorff’s entgegennehmen, die sich überaus typvoll und körperkorrekt darstellte und tags zuvor bereits eine sehr gute Leistungsprüfung absolvierte.

Zuschauer und Richter waren sich einig, dass sich die Qualität der vorgestellten Dreijährigen in den letzten Jahren stetig auf einem mehr als überzeugenden Niveau eingependelt hat. Zehn von zwölf vorgestellten Stuten im Prämienlot zeugen von einem Zuchtfortschritt, der nicht überall alltäglich ist …

 

Stutenleistungsprüfung vom 16. September 2017
Ergebnisse
Programm

Zentrale Eintragung ZB Bayern/Österreich vom 17. September 2017
Ergebnisse